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Tagebuch Einträge 2010
[alle des Jahres 2010 auf einer Seite anzeigen]

2010-12-29
dietiwag.org – Österreichs einflussreichstes politisches Blog?


2010-12-26
Jürgen Bodenseer – ein ganz schlechter Rechner oder ein gerissener Trickbetrüger?


2010-12-20
Die Tiroler Karikatur auf ein Nachrichtenmagazin


2010-12-13
„Netzwerk Tirol hilft“ vor allem Günther Platter


2010-12-09
Walther Prüller oder da haben wir aber vielleicht einen in der Krone


2010-12-07
Universität Innsbruck rügt TIWAG-Gutachter Helfried Mostler


2010-12-03
TT unterschreitet jedes Niveau in der TIWAG-Berichterstattung


2010-12-01
Weihnachten heuer abgesagt


2010-11-30
Wallnöfers feierliche Selbstverarschung


2010-11-22
Mostler, der Fließbandgutachter der TIWAG, bekommt Probleme


2010-11-18
Der TIWAG-Aufsichtsratsvorsitzende schmeißt die Nerven weg und lallt etwas ins Telefon


2010-11-15
Wen meint Wallnöfer?


2010-11-10
Über dietiwag.org und über dietiwag.org hinaus


2010-11-04
Nomen est omen


2010-10-31
Umhausen: „Das Geld kommt komplett von Seiten der TIWAG"


2010-10-20
Platters Freundin – ganz prominent gelistet


2010-10-12
Das ist total unfair von der TIWAG!


2010-10-08
Retrograde Amnesie goes Landtag


2010-10-01
Рука руку моет (russisches Sprichwort)


2010-09-27
Verlautbarungsjournalismus

2010-09-24
„Tiroler Tageszeitung" vor großem Relaunch


2010-09-20
Früh übt sich, was einmal Politiker werden will


2010-09-16
„Gehirnerschütterung"?


2010-09-11
Fahndung nach dem Maulwurf mit neuen Mitteln


2010-09-09
Günther Plattter ist ein strohdummer Mensch und leider Landeshauptmann und Eigentümervertreter der TIWAG


2010-09-07
Schwein oder nicht Schwein …


2010-08-28
Johannes Maria Staud über die „politische Willkür der Machtklüngel“ und „das feige Verstecken des Landeshauptmanns hinter seinen Mittelsmännern“


2010-08-23
TIWAG Annual Report to the U.S. Trust Companies i.e. Beneficiaries of the TIWAG Hydro Electric Power Generating Facilities Sellrain-Silz, Achensee, Imst, Kirchbichl, Amlach, Heinfels, Kalserbach, Brennerwerk, Langkampfen, Leibnitzbach, Leiersbach, Schmirnbach, Sidanbach and Urgenbach


2010-08-20
Ein Abschreiber


2010-08-16
Rätsel um Alois Partls Blutalkoholgehalt beim Treppensturz


2010-08-13
„Ihm vertraut Tirol“


2010-08-11
Asyl für Johannes M. Stauds „Brief an Tirol“


2010-08-09
Der Fingerwackler


2010-08-05
Zum Fremdschämen ohne Ende


2010-07-29
Die TIWAG zweifelt selbst an ihrem Tauernbach-Projekt


2010-07-23
TIWAG-Aufsichtsrat Schretter lässt Kritik an TIWAG-Vorstand Wallnöfer üben


2010-07-14
Weinpreisrätsel


2010-07-09
Die TIWAG sponsert den bewaffneten Arm der Partei „Liste Tirol"


2010-07-05
Unterstützt die TIWAG die Sprengung des Faschistendenkmals in Bozen?


2010-06-21
Zweihundertneunundsechzig Millionen vierhundertfünfundneunzigtausend Euro


2010-06-17
Ein Rätsel: Wie die TIWAG ihr unser Geld anlegt


2010-06-14
Das TIWAG-Amigo-System


2010-06-01
Günther Platter ist auch menschlich ein Zniachtl


2010-05-28
Allen ein Rätsel: Wieviel Hofherr Communikation bei der TIWAG 2005 – 2010 abgecasht hat


2010-05-25
Aus gegebenem Anlass: Die TIWAG über ihr Geheimnis (fast) perfekter Krisenkommunikation


2010-05-21
Wie die TIWAG dem Matreier Bürgermeister Spendierhosen für seinen GR-Wahlkampf spendiert hat


2010-05-19
Das große Krone-Rätsel


2010-05-14
Nein! - Doch! - Ohh!


2010-05-11
Kriminell ist auch die Berichterstattung des ORF Tirol über den Korruptionsfall Kaunertal. Warum?


2010-05-07
Jetzt sind bei Hofherr die Profis gefragt. Die Profis für Krisenkommunikation.


2010-05-05
Das Ö 1 - Mittagsournal über den TIWAG-Korruptionsfall im Kaunertal


2010-05-05
Ergänzung zur TIWAG-Bestechung im Kaunertal


2010-05-01
Jetzt wird er Volksmusikdirektor!


2010-04-28
Rätselhafte TIWAG-Honorare


2010-04-22
Face-Puck


2010-04-21
Wallnöfer ist auch an der Ostsee baden gegangen


2010-04-19
Rätsel um Platters Freundin


2010-04-14
Umfrage-Desaster der TIWAG


2010-04-06
Testen Sie Ihr TIWAG-Wissen (Folge 3)


2010-03-30
Testen Sie Ihr TIWAG-Wissen – Folge 2


2010-03-27
Die TILAK-Führung bettelt um eine dietilak.org


2010-03-24
Testen Sie Ihr TIWAG-Wissen


2010-03-07
TIWAG-Wahlgeschenke an ÖVP-Bürgermeister


2010-03-02
Hat die TIWAG ihre Finger auch im Neustifter Wahlkampf?


2010-02-25
Wie sich die TIWAG ihre Bürgermeister kauft


2010-02-21
„Vorsätzliche Brandstiftung“


2010-02-17
TIWAG-Sponsoring JVP: Nachgefragt


2010-02-15
Van Staas Freund


2010-02-09
TIWAG sponsert VP- Jungfrizzen


2010-02-02
Die Wir-Tiroler-Truppe ist wieder am Ruder. Platter das Plastilin in deren Händen.


2010-01-27
Gurgiser im Vorruhestand


2010-01-18
„Stuttgarter Zeitung“ bestätigt drohendes TIWAG-Desaster


2010-01-11
TIWAG-Tochter TIGAS in Bedrängnis


2010-01-10
Selbstsponsoring


2010-01-03
Jetzt amtlich: Wallnöfer steht das Wasser bis zur Brust.


  Verlautbarungsjournalismus   [27.09.2010]



Tiroler Tageszeitung, 22.9.2010 mit Warn-Etikett

Obiger Artikel ist ein kleines Musterbeispiel dafür, wie Journalismus in Tirol funktioniert oder eben nicht funktioniert.
Gerade in Bezug auf die TIWAG erschöpft sich die Berichterstattung vieler Medien, insbesondere der Tiroler Tageszeitung und des ORF Tirol, auf die Wiedergabe von Presseaussendungen, die aber – und das ist das (be)trügerische daran - als recherchierte Artikel daherkommen.

„Trotz Auflösung eines Cross-Border-Geschäfts für einen Teil des Stromnetzes wurde der 2003 erzielte Vorteil der Tiwag nicht geschmälert.“

Das ist einfach nachgeplappert oder, besser, da Enten ja eher quaken: nachgequakt. Das kann der Redakteur gar nicht wissen. Es ist reinste TIWAG-Propaganda, die er aus der Presseaussendung in seinen Artikel 1:1 hineinkopiert hat. Und es stimmt natürlich auch nicht.

Wenn völlig ungeprüft Phantasiezahlen des Unternehmens übernommen werden, ist das Medium, hier die TT, auch verantwortlich für die Lügen, die sie damit in die Welt hinausträgt. Hier nur drei Beispiele dafür:

„Aus dem Steuervorteil erhielt die Tiwag einen Barwertvorteil von rund 202 Mio. Euro.“

Wenn schon, und auch diese Zahl kann man der TIWAG glauben oder nicht, waren es 202 Millionen US-Dollar, das sind heute ca. 150 Millionen Euro.
Sämtliche CBL-Deals der TIWAG sind in den USA (Gerichtsstand New York) abgeschlossen, immer auf Dollar-Basis, und laufen selbstverständlich auch bis 2095 bzw. 2099 in US-Dollar.

Die TIWAG wollte 2003 ihr gesamtes Stromnetz an ausländische Investoren verschachern (1,2 Milliarden US-Dollar). Realisiert werden konnte dann „nur“ mehr die Vercrossborderung des Niederspannungsnetzes an die Banken Citigroup (TIWAG Grid Trust 2003-A) und CIBC (TIWAG Grid Trust 2003-B) für einen Gesamtpreis von 375 Millionen Dollar.
Vermutlich war es die Citigroup, die jetzt ihren Anteil am Deal auflösen wollte, um die darin auf Jahrzehnte gebundenen Gelder wieder flüssig zu machen. Sie ist ja selbst (bereits vor der sogenannten Finanzkrise) schwer ins Trudeln gekommen (hier) und hatte sich auch schon das massive Downrating des Versicherers ihres Deals, der AIG, von der TIWAG 2009 teuer in bar ablösen lassen.
Diese Pönale muss in die Endabrechnung ebenso einbezogen werden wie die vielen anderen angelaufenen Kosten bis herab zu den obszönen Konsulentenhonoraren von an die 20.000 Euro monatlich für den CBL-Controller Hermann Meysel. Stattdessen liest man in der TIWAG-Aussendung, will sagen in der TT:

„Der für diesen Vertrag erhaltene Barwertvorteil von rund acht Millionen Euro konnte erhalten werden. ‚Denn die seit 2003 dadurch ersparten Zinsen, wenn wir das Geld aufnehmen hätten müssen, haben alle entstandenen Kosten für die Bewirtschaftung des Vertrags und die Auflösung abgedeckt‘, fügt Wallnöfer hinzu.

„Zinsen, wenn wir das Geld hätten aufnehmen müssen“: Was ist denn das für eine Voodoo-Betriebswirtschaftslehre?
Wenn ich 2003 10.000 Euro aufgeliehen hätte, betrügen die Zinsen dafür jetzt ca. 4.131 Euro. Hab ich mir diese 4.131 Euro jetzt erspart, weil ich die 10.000 Euro nicht aufgeliehen habe? Und was kann ich mir mit diesen 4.131 Euro jetzt kaufen?

Kein Nachhaken der TT bei Wallnöfer, nicht die geringste Relativierung des Gesagten, keine Gegenrecherche, kein gar nix.

Wahr ist, dass die TIWAG seinerzeit mit dem sehr vorläufigen Erlös aus den CBL-Deals zu einem eklatant überhöhten – politischen! – Preis in die marode IKB eingestiegen ist, um die marode Stadt Innsbruck zu sanieren, in eine IKB, die dafür auf kriminelle Weise gutachterlich überbewertet worden ist und auch heute nicht an den Wert herankommt, den sie in ihren Büchern stehen hat. (Der von Herwig van Staa und Ferdinand Eberle damals gedrehte Coup ist ohne jeden Zweifel der bei weitem größte, niemals aufgedeckte TIWAG-Skandal aller Zeiten.)

„Für die Absicherung der Depots von zwei CBL-Banken muss die Tiwag jährlich rund vier Millionen aufwenden. ‚Aber diese Summe liegt unter den erzielten Zinsen für den Barwertvorteil‘, argumentiert Wallnöfer. Die Sicherheitsleistungen für die Cross-Border-Geschäfte betragen rund 270 Mio. Euro.“

„Zinsen für den Barwertvorteil“, der in der IKB versenkt worden ist? Wie bitte?
Wallnöfer bekommt Zinsen für Geld, das er nie von der Bank geliehen hat (siehe oben) und Zinsen für Geld, das er nie auf die Bank gebracht, sondern ausgegeben hat! Da kniet sich die TT kritiklos nieder vor so einem Rechengenie. Und schreit auch noch laut die Propagandalüge der TIWAG hinaus, sie habe bisher „erst“ 270 Millionen Euro (immerhin bereits ca. 350 Millionen Dollar bei einem Barwertvorteil von 202 Millionen Dollar) in diese Deals nachschießen müssen. Die Wahrheit sieht anders aus.

27.9.2010


PS. Genau heute vor sechs Jahren, am Montag, 27. September 2004, ist diese Homepage online gegangen.

   
     
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