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Wallnöfer geht. Das wird ein Fest!
Aber keine Feier.


Dabei war alles so schön geplant! Seit Monaten. Fressen, saufen, Süßholz raspeln. Mit 500 Gästen. Was dem Helmut Mader seinerzeit der Ehrenring des Landes, sollte für Bruno Wallnöfer die Ehre der pompösesten Verabschiedung werden, die Tirol je gesehen hat. Was für den einen kürzlich die Rückgabe wurde, wurde für den anderen jetzt die Absage. Die unehrenhafte Entlassung sozusagen.

Der TIWAG-Boss muss die große Abschiedssause sausen lassen.
Warum?
Weil der Landeshauptmann ihm das angeordnet hat.
Warum?
Weil sie mit der Veröffentlichung seiner Pensionen-Geschichte für die taumelnde ÖVP unmöglich geworden war.

Strich in der Hose! Strich durch die Rechnung.
Die wir Stromkunden ihm für die Fete hätten zahlen müssen. Nicht zu knapp.

Wie andere sich mit blitzenden Verdienstmedaillen und Ehrenkreuzen zu schmücken suchen, so wollte er vom Glanz großer Namen etwas abbekommen, Schein statt Sein, wollte sich mit einem ganz tiefen Griff in die TIWAG-Kasse die Anerkennung kaufen, zu der es fachlich nie gereicht hat.




Folgt? Nein, folgt nicht! Because the trousers are much too full, wie man in Wallnöfers berüchtigtem Vorstands-Englisch sagen möchte.


Fest zum Abschied? Ja. Fest blamiert zum Abschied!

Die Eventagentur war unter Vertrag, das Partyzelt gemietet, die huldvolle Festschrift in Auftrag gegeben, die Folklore bestellt.





Wallnöfers untertänigster TIWAG-Zentralbetriebsratsobmann Anton Pertl, selbst Oberkommandant über ein Bataillon von vierzehn Schützenkompanien wollte aus all den TIWAGlern, die in den verschiedensten Schützenkompanien im ganzen Lande mitlaufen, eine Ehrenkompanie für Bruno Wallnöfer zusammenstellen. Das wurde ihm von der Bundesleitung, dem obersten Leitungsgremium im Bund der Tiroler Schützenkompanien, untersagt. Ein Versuch, als Ersatz „seine“ Schützenkompanie Völs aufzubieten, ist ebenfalls fehlgeschlagen, weil dort der größte Teil der Truppe mit Wallnöfer nichts am Trachtenhut hat.

Zwischenzeitlich war freilich schon der Startschuss zur großen Abschiedstour Wallnöfers erfolgt. Das von ihm, d.h. von uns Stromkunden, geförderte Stabsbataillon 6 des österreichischen Bundesheeres, hatte dem großen, aber komplett erfolglosen TIWAG-Generalissimus seine Reverenz zu erweisen, was am 30. September ab 18 Uhr zum kleineren Teil im Kraftwerk Silz und zum größeren und längeren Teil ab 20 Uhr in der Orangerie in Stams erfolgte, im Beisein von zig Offizieren des Bundesheeres samt Frauen und den sogenannten „Top 20“ der TIWAG - ebenfalls samt Frauen.

Da gab es dann bis in den frühen Morgen hinein viel Flüssiges (jenseits der 80 Euro-Marke pro Flasche) und – davon inspiriert - noch mehr Überflüssiges (jenseits jeden Niveaus) von Bruno Wallnöfer, Offizier der Reserve: „Wir wurden auf breiter Front angegriffen, aber wir haben geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen. Das Gute wird über das Böse siegen!“

Man kann nicht einmal sagen, wenigstens diese Abschiedsfeier wird ihm in Erinnerung bleiben, denn dafür dürfte sie laut Augenzeugen zu getrübt ausgefallen sein.
(Zur Erinnerung: Wallnöfer und Bundesheer)

Kürzen wir’s ab. Der Höhepunkt der Feiern war für den 20. November vorgesehen. Ein Freitag. Im Nachhinein betrachtet, wäre eine Woche früher der sinnfälligere Termin gewesen. Egal. Es kam ja doch, wie es kommen musste und wie ich mir die Sache vorgestellt hatte.


Es wird kein Fest mehr geschmissen, sondern das Fest

Montag vergangener Woche wurde hier die Sache mit Wallnöfers Hals bekannt gemacht, womit für mich klar war, dass dies zur Absage der Abschiedssause führen würde. Am Dienstag bereits, nach den ersten heftigen Reaktionen auf den Schlund-Befund, hat sich der schwer gebeutelte ÖVP-Obmann Günther Platter dieser Sichtweise anschließen müssen und als Landeshauptmann und oberster TIWAG-Eigentümervertreter Bruno Wallnöfer die Absage aller Feiern angeordnet.
(Schon am Mittwoch morgen war die TIWAG-Spitze und in der Folge dietiwag-Spitze darüber informiert.)

Das einzige Zugeständnis Platters an den desavouierten Noch-TIWAG-Chef war, dass er den von ihm geplanten Zinnober selber absagen und die Peinlichkeit als „Wunsch Wallnöfers auf Verzicht von Abschiedsveranstaltungen“ verkaufen durfte. Was dann, verzögert und bewusst im letzten Augenblick vor dem verlängerten Wochenende, am Freitag per Aussendung um 18 Uhr 41 auch genau so geschah:



Ein ganz und gar kläglicher Abgang, der perfekt zur ganz und gar kläglichen Vorstandstätigkeit passt.


Save Cancel the date

Um etwas zu sein, braucht Wallnöfer andere. Auf der einen Seite die, auf denen er in der TIWAG zwölf Jahre herumgetrampelt ist, auf der anderen jene, die ihn kraft ihrer jeweiligen Position emporheben. Und solche hat er quer durch die Republik und darüber hinaus bereits im Sommer zum großen Fest voreingeladen („Save the date“). Und ihnen allen - Managern, Unternehmern, Professoren, Ministern, Stadt- und Landespolitikern, Ex-Vorständen, Geschäftspartnern etc. – muss er nun - peinlich² - absagen und vielleicht auch noch eine Begründung dafür mitliefern.
Wie denn?
„Ich muss meine Einladung an Sie zurücknehmen, weil ich leider vergangene Woche von der tiwag.org als größter Gierhals des Landes geoutet worden bin.“ Autsch!
Da mag sich Wallnöfers Ghostwriter Bernhard Platzer aber ordentlich was einfallen lassen!

Leichter wird es sein, die Saalmieten im Congress in Igls und im Urichhaus am Bergisel abzusagen, dem Caterer, dem Shuttledienst, der Weinhandlung, der Truppe, die für die Showeinlage engagiert wurde u.a.m. Die nicht unbeträchtlichen Stornogebühren tragen ohnehin die TIWAG-Kunden.





Bruno Wallnöfer muss sich – wenig feierlich und ganz ohne „Musi“ – von einer feierlichen Verabschiedung verabschieden.

Er geht mit Schimpf und Schande aus dem Amt.


29.10.2015


Hier wird über Bruno Wallnöfers unrühmlichen Abgang direkt im Forum diskutiert.


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