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Was kostet „der Klier“?

Der Klier gilt als selbstloser Paradetiroler, der in den 60er Jahren Bomben für die Freiheit Südtirols gezündet hat, der in den 70ern mit der Erschließung des Gletschers Wohlstand ins Stubai gebracht hat und in den 80ern das Tal vor einem ÖBB-Kraftwerk bewahrt hat - und sich auch in den vergangenen zehn Jahren öffentlich und öffentlichkeitswirksam gegen zusätzliche Wasserableitungen der TIWAG ins Kühtai gestellt hat.

Dies könnte der Plot eines jener schwülstigen Heimatromane sein, wie sie Heinrich Klier in den 50ern verfasst hat (Feuer am Farran-Firn, Silber für die braune Göttin, Verlorener Sommer usw.). Wie so oft bei Literatur dieser Sorte ist das Ende, das Happy End, ziemlich konstruiert, ziemlich hingebogen, um nicht zu sagen hingelogen. Womit wir beim „Widerstand“ des heute 89jährigen Heinrich Klier gegen das aktuelle Speicherkraftwerksprojekt Sellrain-Silz II der TIWAG wären.

Oft und oft haben die Stubaier Bergbahnen, d.h. Klier sen. und Klier jun., als gewichtige Stimme im Tal die Bevölkerung von Neustift in ihrem Kampf gegen die drohenden Ableitungen von Fernaubach, Unterbergbach und Daunkogelfernerbach unterstützt (die Belege sind zahlreich) und ihr damit den Rücken gestärkt, in den sie ihr jetzt fallen. Der Beleg liegt vor.

Nachdem die TIWAG das Projekt Ausbau Sellrain Silz 2009 zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) eingereicht und das Land das Beteiligungsverfahren 2011 eröffnet hatte, wurde von der „Wintersport Tirol AG & CO Stubaier Bergbahnen KG“ (so die offizielle Firmenbezeichnung) schriftlich eine ganze Reihe von Einwendungen gegen die geplanten massiven Eingriffe der TIWAG im hinteren Stubai bei der UVP-Behörde eingebracht. Das Land Tirol hat dann nach Prüfung aller eingelangten negativen Stellungnahmen betroffener Bürger, Organisationen, Körperschaften und Unternehmen die mündliche Verhandlung über das Projekt für Ende Oktober 2014 angesetzt.
Wer bei dieser auf sechs Tage anberaumten öffentlichen Behandlung der Einwendungen nicht erschien, das war „der Klier“.




Mündliche UVP-Verhandlung in der Innsbrucker Messehalle, Oktober 2014:
Ein Stuhl bleibt leer. Die Kliers bzw. deren Rechtsvertreter glänzen durch Abwesenheit.



Vier Tage vor Beginn des großen öffentlichen Umweltbeteiligtenverfahrens hat die TIWAG den vielleicht potentesten Gegner ihres Projekts im Stubai teuer aus dem Verfahren herausgekauft. Und hat sich der vermeintliche Stubai-Retter Klier billig aus dem Verfahren herauskaufen lassen.
Am 23. Oktober 2014 haben Klier jun. für die Gletscherbahnen und Wallnöfer/Entstrasser für die TIWAG nachstehenden Schandvertrag abgeschlossen.

Es ist nichts so fein gesponnen,
dass es nicht kommt an die Sonnen.







9.000 Euro jährlich




9.000 + 13.800 + 50.000 Euro jährlich




9.000 + 13.800 + 50.000 + ??.000 Euro jährlich





In einer Welt, in der man alles kaufen kann, kann man natürlich auch Menschen kaufen. Man sieht aber, wie relativ günstig so ein Klier heute schon zu haben ist. Für ein paar schmutzige Euros packt er gleich seinen ganzen Widerstand ein.


Das geheime, hinterhältige „Parteienübereinkommen“ von Klier ist die eine üble Seite. Die andere, noch üblere ist die der TIWAG. Wallnöfer schmeißt mit dem Geld anderer Leute, unserem, um sich, nur um der Blamage zu entgehen, in zwölf Jahren als TIWAG-Chef keines (in Zahlen: 0) seiner groß angekündigten Kraftwerksvorhaben auch nur in die Nähe einer Realisierung gebracht zu haben (hier). Wann wird die Politik diesen kriminellen Umgang mit öffentlichen Geldern (vgl. Projekt Tumpen) abstellen und Bruno Wallnöfer, den Zerstörer der TIWAG, für all das zur Rechenschaft ziehen?

Die Frage ist rein rhetorisch, denn der Verdacht ist weit schlimmer, nämlich dass Günther Platter, Eigentümervertreter der TIWAG und damit letztverantwortlich für die Wallnöferschen Machenschaften über die Plünderung der TIWAG-Kassa nicht nur Bescheid weiß, sondern diese sogar gutheißt und unterstützt, nur um von der desaströsen Energiepolitik der Landesregierung abzulenken und seinen Bauchfleck in Sachen Kraftwerksoffensive von ferne betrachtet fast wie einen eingesprungenen Rittberger aussehen zu lassen.



Klier jun. (links) und Klier sen. (rechts) wurden von der TIWAG aus dem Umweltverträglichkeits-verfahren herausgekauft. Mit Zustimmung von Landeshauptmann Günther Platter. Für ein absehbares Verlustgeschäft der TIWAG - mit irreparablen Schäden an der Natur und am schonenden Sommertourismus im Stubai.

3.8.2015

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