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Wie Günther Platter seinem Freund Hermann Petz von der Moser Holding
ein Millionengeschäft zugeschanzt hat


Im Frühjahr 2012 wurden von der in den USA ansässigen Internetverwaltungsorganisation ICANN neue länderspezifische Super-Domain-Adressen wie „.tirol“, „.salzburg“, „.steiermark“ usw. öffentlich ausgeschrieben. Statt dass sich das Land Tirol – wie Hamburg, Stockholm, Madrid, die Schweiz u.a. - seine „Top Level Domain“ für alle möglichen Zwecke und jede auch kommerzielle Nutzung gesichert hätte, hat Günther Platter die „.tirol“ aktiv und ohne Ausschreibung der Tiroler Tageszeitung zugeschanzt, von deren wohlwollender Berichterstattung er so abhängig ist wie nur was.

Hier ein glückloser MoHo-Geschäftsführer (Oberösterreich-Desaster, West-Einstellung, Neue-Einstellung, TT-Talfahrt usw.), der einen neuen Strohhalm braucht, um sich anzuhalten, dort ein ganz und gar letztklassiger Landeshauptmanndarsteller auf Zammer Dorfbühnenniveau: das ist die Ausgangslage. Und heraus kommt ein Geschäft zu beiderseitigem Vorteil, einem kommerziellen für den TT-Konzern und einem politischen für den ÖVP-Mann.


Korruption? Freunderlwirtschaft!

Der Medienkonzern (TT, Bezirksblätter, 6020, Tirolerin, Life Radio u.a.m.) will sich unter allen Umständen die lukrative, neu zu vergebende Internetadresse „.tirol“ sichern, und Günther Platter soll ihm mit der Autorität des Amtes der Tiroler Landesregierung dazu verhelfen - in Form einer hochoffiziellen Unterstützungserklärung („Letter of Support“).
Und was für ein Service! Den Text dieser Erklärung, den ihm die Anwälte der Moser Holding in kongenial holprigem „How do you do?“-Englisch fixfertig – im wahrsten Sinne – vorgeschrieben haben, braucht der Landeshampelmann nur noch auf sein amtliches Briefpapier kopieren zu lassen und zu unterschreiben.




Auszug: „Das Land Tirol als Verwaltung wie auch als Regierung des Landes Tirol unterstützt weiterhin voll die Bewerbung um die .tirol, welche die punkt Tirol GmbH bei der ICANN eingebracht hat. Die .tirol TLD (Top Level Domain) wird dazu dienen, allen Tirolern weltweit einen Namensraum im Internet zur Verfügung zu stellen. Wir haben die punkt Tirol GmbH und deren Vertreter in der Entwicklung dieses Vorhabens eng begleitet und unterstützt.“


Der Skandal ist, dass Platter das, was er da tut, nicht als Gendarmerieinspektor tut oder als Privatmann, Oberreitweg 11, 6511 Zams, (geschenkt!), sondern eigenmächtig als Vertreter des Landes, in unser aller Namen, ungefragt. Für ein privates Unternehmen!

Die Tiroler Tageszeitung pusht Platter, so weit man so einen halt pushen kann. Skandale wie die Gratisjagdeinladungen werden in der TT klitzekleingeschrieben, dafür verdeckte Parteikampagnen, die ihn tragen sollen (z.B. „Netzwerk Tirol“, „Tirol trägt Tracht“, „Tirol grüßt Wien“ usw.) seitenweise gratis promotet.



Dichand und Faymann, Faymann und Dichand, Dichand und Faymann – die Regionalausgabe. Die TT unter Vorstand Hermann Petz hat Günther Platter als Landeshauptmann jahrelang herbeigeschrieben und hält ihn jetzt, den inzwischen auch parteiintern längst Abgeschriebenen, überhaupt noch irgendwie im Spiel. Zum beiderseitigen Vorteil.


Untreue? Amtsmissbrauch?

Die eigenmächtige Freigabe des Namens Tirol für kommerzielle Zwecke an ein dem Landeshauptmann nahestehendes Unternehmen hätte zumindest einen Beschluss der Tiroler Landesregierung erfordert. Diesen hat es definitiv nicht gegeben. Der Moserholding (MoHo)war allein die Bewerbung um die „.tirol“ mehr als 200.000 Dollar wert, das heißt, das Geschäft, das sie sich mit der Domain erhofft, dürfte ein Vielfaches ausmachen. Somit handelt es sich hier nach § 2 Abs 3 der Geschäftsordnung der Tiroler Landesregierung um eine „Angelegenheit, die für das Land Tirol von besonderer politischer, wirtschaftlicher oder finanzieller Bedeutung“ ist. Das heißt, für den weltewigen Verzicht des Landes auf die Tirol-Adresse wäre zumindest die Zustimmung der gesamten Regierung als Kollegialorgan notwendig gewesen.
Der Privatmann Günther hat hier unter Anmaßung einer Amtsstellung einen geldwerten Vorteil verschenkt und dem Land Tirol einen Vermögensschaden zugefügt. Alles zur höheren Ehre seines engen Freundes Hermann. Der Verdacht der Untreue steht im Raum.



Bei der „punkt Tirol Gmbh“, die bereits für die kommerzielle Nutzung der Internetadresse „.tirol“ gegründet worden ist, handelt es sich um eine Hundert-Prozent-Tochter der Moser Holding AG. Als Geschäftsführer der Gesellschaft wurden der Generalsekretär der MoHo (Markus Kichl) und der Chef der tt.com (Bernhard Greil) installiert.


Und jetzt?

Die jedem Tiroler Dorf und jeder öffentlichen Einrichtung in diesem Lande rechtmäßig zustehende Internetadresse hat Platter also mit einer nicht autorisierten Unterschrift für alle Zeiten dahingegeben, verschachert für ein bisschen mediale Unterstützung seiner Person. Das bedeutet: Die Tiroler Gemeinden und Tourismusregionen dürfen sich demnächst bei der TT anstellen und sich ihre ureigenste Domain (innsbruck.tirol, stubai.tirol usw.) von dort teuer (zurück)kaufen!


Zum Nachlesen:
Platters Geburtstagsgruß für den Vorstand der Moser-Holding

24.9.2012


Reaktionen:

Standard, 24.9.2012

ZIB 2, 25.9.2012:



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