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TIWAG zensuriert „Wikipedia“

Was bei der Tiroler Tageszeitung geht, müsste eigentlich überall gehen, denkt sich die TIWAG. Dass einfach nur das über sie geschrieben wird, was der Vorstand will. Seltsamer Weise aber gibt es immer noch Schlupfwinkel von Meinungsfreiheit, die auch mit den Propagandamillionen der TIWAG nicht auszuräuchern sind. Das kann für die TIWAG nur heißen: Dann müssen andere Methoden her!

Im Internet-Lexikon Wikipedia gibt es auch einen ungeschönten Artikel über die TIWAG. Das ist den Herren dort gar nicht recht.
Und sie reagieren auf so etwas immer auf die gleiche Art. Sie versuchen nicht, die unhaltbaren Zustände in der TIWAG abzustellen, sondern nur die Berichte darüber. So wie sie die Seite www.dietiwag.at per Rechtsanwalt abdrehen ließen und die Seite www.dietiwag.org versucht haben, per Rechtsanwalt abzudrehen, und wie sie den Zugang zu den beiden genannten Seiten für ihre Mitarbeiter auf den TIWAG-Computern gesperrt haben, so sind sie auch gegen Wikipedia vorgegangen.

Wikipedia ist eine freie Enzyklopädie im Internet, deren Prinzip es ist, dass jeder Mensch auf der Welt an ihr mitarbeiten darf durch das Verfassen, Ergänzen und Korrigieren von Artikeln zu jedem erdenklichen Schlagwort. Oberster Grundsatz ist allerdings ein neutraler Standpunkt. Jeder Eingriff in einen Artikel, jeder Zusatz und auch jede noch so geringfügige Umformulierung wird dokumentiert und bleibt im Versionenvergleich für alle Leserinnen und Leser und für alle Zeiten überprüfbar. Seit neuestem ist auch die Adresse des Rechners eruierbar, über den Veränderungen bei Wikipedia vorgenommen wurden. Und das ist für die TIWAG jetzt ganz blöd.

Die IT-Abteilung der TIWAG, von Wallnöfer erst kürzlich wegen ihrer Mitarbeiterbeschnüffelung „unsere ganz hervorragende IT-Abteilung“ (Kurier, 18.10.2007) genannt, ist zum Großteil in der IKB untergebracht, Wallnöfers früherer Dienststelle. Und von dort aus wurde so lange und so oft und so massiv versucht, den Wikipedia-Artikel über die TIWAG in deren Sinne zu manipulieren und zu zensurieren, bis er von der Wikipedia-Redaktion selbst gegen diese Eingriffe geschützt werden musste.



Was war geschehen?

Bereits im September 2006 war einem Wikipedia-Mitarbeiter aus Dresden aufgefallen, dass ein anonymer Tiroler Kollege aus dem Artikel über die TIWAG den Hinweis auf www.dietiwag.at und auf zwei TIWAG-kritische große Artikel in der „Neuen Zürcher Zeitung“ und in der “Zeit“ herausgenommen hatte. Er stellte sie wieder ein mit der Anmerkung: „alle kritischen Weblinks ohne Grund rauslöschen – wohl Mitarbeiter der Firma oder was???“
Am 3. November 2006 hat der (selbe?) Zensor aus Tirol wieder zugeschlagen und wieder die oben genannten Links gelöscht, worauf sie von einem anderen Wikipedia-Mitarbeiter wieder eingefügt wurden. Jetzt wird unser TIWAG-Agent in der IKB aktiv. Er haut nicht nur die Links ständig hinaus,



Was tut man, wenn man Fakten nicht widerlegen kann und auf Argumente nicht zu antworten weiß? Man verbietet sie, man sperrt sie aus, man löscht sie.

sondern streicht auch TIWAG-kritische Passagen aus dem Artikel, zum Beispiel die folgende über das Pumpen in Speicherkraftwerken.

Für diesen Vorgang soll Strom von Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken verwendet werden. Dieser Vorgang ist durch einen schlechten Wirkungsgrad und hohe Energieverluste gekennzeichnet und ist wirtschaftlich nur interessant, weil der zu importierende nächtliche Strom derzeit billiger ist als der produzierte. In diesem Zusammenhang warnen Experten vor möglichen Veränderungen in der Energiepreispolitik. Sollte das Verhältnis zwischen billigerem und teurerem Strom unter 1,5 fallen, ist die Wirtschaftlichkeit der Pumpspeicherkraftwerke nicht mehr gegeben.


Statt sich mit der Experten-Kritik zu beschäftigen, kippt man sie bei der TIWAG einfach aus dem Netz. Auch eine Art, mit Problemen umzugehen. Als diese Zensurmaßnahme immer wieder rückgängig gemacht wird, ergänzt der TIWAG-Mann obenstehenden Absatz eigenhändig mit einem holpernden Nachsatz, bei dem man Bruno Wallnöfer förmlich selber reden hört:

Andere Experten wieder halten Pumpspeicherkraftwerke für eine sehr effiziente Form um Energie zu speichern. So kann etwa unregelmäßig auftretende Windenergie durch pumpen in sauberste Wasserkraft umgewandelt werden.


Auch der kurze Bericht über einen Beitrag im bayerischen Fernsehen über die Kraftwerksprojekte der TIWAG fällt dem Zensor von Wallnöfers Gnaden zum Opfer:

Die wöchentliche Fernsehsendung "quer" des Bayerischen Rundfunks berichtete am 26.10.2006 in einem Beitrag, daß bereits ein Teil der bestehenden Pumpspeicherkapazität der TIWAG genutzt wird, um günstigen Nachtstrom aus deutschen Atomkraftwerken zu speichern und dann den Strom aus "Wasserkraft" zu Spitzenzeiten gewinnbringend wieder nach Deutschland zu transferieren. Die geplanten zusätzlichen Pumpspeicher-Projekte sollen nach diesem Bericht vollständig dem Ausbau dieses Stromkarussels dienen.


Usw. usw.
Dies alles, damit die heillos verlogene TIWAG-Propaganda nicht von der grauslichen Wirklichkeit konterkariert werde. Die Leute sollten nicht erfahren, was die „Zeit“ über die Cross-Border-Schurkenstücke der TIWAG geschrieben hat oder die NZZ über deren schmutzige „Atomstromgeschäfte“. Und das leistet der ganz offensichtlich eigens dafür abgestellte TIWAG-Angestellte mitten in der Dienstzeit – um 10 Uhr 9, um 11 Uhr 27, um 13 Uhr 43, um 14 Uhr 14 usw.

Allein mindestens acht Mal hat er den Weblink auf www.dietiwag.at aus dem Wikipedia-Artikel hinausgesäubert. (Im Gegensatz dazu findet sich auf unserer Webseite seit September 2004 durchgehend ein Link auf die TIWAG-Seite www.tiwag.at.)



Die Internetadresse des Zensors - IP 83.175.85.133 - ist eindeutig in der IKB-Zentrale in Innsbruck.

Und so kam, was kommen musste

Auf Anregung eines Wikipedia-Redakteurs aus dem Oberbergischen Land („eine statische IP der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG versucht seit Tagen den Artikel zu schönen“) kam es durch einen Administrator der Wikipedia-Seite aus dem Rheinland zur sogenannten Vandalensperrung: Der TIWAG-Artikel wurde am 28. November 2006 in seinen kritischen Teilen vor Veränderungen geschützt.

Und Wikipedia hat nach wie vor ein scharfes Auge auf die Umtriebe der TIWAG. Weil der Artikel „regelmäßig Ziel von Vandalismus-Attacken“ war, findet sie sich nach wie vor auf einer wenig schmeichelhaften Liste von „Beobachtungskandidaten“.



21.10.2007


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