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Die Cross-Border-Leasing-AKTE der TIWAG - Die Agenten

Die Vertragserrichtungskosten der Transaktion Sellrain-Silz
(Closed Deal Budget for Total Transaction)

Der Wert der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz, die „Estimated Facility Cost (US$)“, wurde für den Zweck dieses Hasardgeschäfts mit 1,496 Milliarden Dollar mit Absicht weit überhöht angesetzt. Denn nicht nur die Steuervorteile, sondern auch die Prämien der Anwälte, Berater, Agenten, Arrangeure, Zwischenhändler, Helfer und Helfershelfer bemessen sich nach dieser Ausgangssumme. Untenstehendes Dokument („privileged and confidential“) enthält eine Auflistung der Firmen, die - ohne selbst Vertragspartei zu sein - am Deal kräftig mitgeschnitten haben. Die beiden ersten Seiten bringen eine Übersicht über die gesamten Ausgaben, angefangen von denen der Investoren („Equity Expenses“), über die der Banken und Treuhänder bis hin zu den Nebengeräuschen, die beim Leasingnehmer TIWAG selbst („Lessee Expenses“) angefallen sind. Die TIWAG, die (mit ihren 6,38 Prozent) vom großen Kuchen der amerikanischen Trusts sozusagen die Brösel unter dem Tisch zusammenkehren darf, hat von den gesamten Vertragserrichtungskosten von 15,9 Millionen Dollar deutlich mehr als die Hälfte, nämlich 56,29 Prozent (8,99 Millionen Dollar) übernommen. Nach dem damaligen Wechselkurs waren das Ausgaben der TIWAG in der Höhe von 9,89 Millionen Euro, was von heute aus zurückgerechnet ca. 135 Millionen österreichischen Schillingen entspricht. Dabei fehlen in dieser Auflistung sogar noch verschiedene Ausgaben der TIWAG, die in Österreich angefallen sind, zum Beispiel die Honorare an die Rechtsanwälte in Tirol. Nicht erfaßt sind auch die enormen Spesen auf Seiten der TIWAG selbst. So ist der damalige Vorstand Hermann Meysel allein für diesen, wie ein juristischer Laie sagen würde, Knebelungsvertrag von Sellrain-Silz 32 Mal in die USA geflogen (Tiroler Tageszeitung, 24.12.2001). Ebenfalls nicht in diese Rechnung aufgenommen wurde die pompöse „Abschlussveranstaltung für das CBL Sellrain-Silz, die einen großen Eindruck bei unseren amerikanischen Geschäftspartnern hinterlassen hat“ (Meysel).

Die weiteren vier Seiten schlüsseln die Kosten entsprechend den beiden US-Konzernen (Potomac Capital Investment/PCI und John Hancock) weiter auf, welche die vier Sellrain-Silz-Trusts bilden. Interessant ist dabei, zu sehen, daß Ausgaben bis zu 50.000 Dollar in der Prozentbemessung nicht einmal bei der zweiten Stelle hinter dem Komma anschlagen.

Insgesamt wurden also umgerechnet 17,57 Millionen Euro oder 241,7 Millionen Schilling verblasen u.a. für die Tricksereien und Tarnungen und Täuschungen von Seiten eines ganzen Heeres von Agenten. Es sind großteils die selben, die auch jetzt den Deal mit Zähnen und Klauen verteidigen. Und dafür noch einmal kassieren. Wie zum Beispiel die Kanzlei des Dr. Söllner in Innsbruck.
Im Anschluß an die vertraulichen - wenn auch nicht vertrauenserweckenden - Dokumente findet sich unten eine ausschnitthafte Darstellung des wüsten Advokatengerangels um die fettesten Aufträge an der „U.S.-Austrian Leasing Transaction Sellrain-Silz Pump Storage Hydro Electric Power Generating Facility“, dem weltweit größten Cross-Border-Leasing-Deal des Jahres 2001.


Die Cross-Border-Leasing-AKTE der TIWAG - Die Payroll

(auf die Bilder klicken, um sie zu vergrössern)



Tabellen als PDF downloaden (6 Seiten, 512 kB)


Die Cross-Border-Leasing-AKTE der TIWAG - Das Drehbuch (Teil 2)



Grafik vergrössert anzeigen (84 kB)
Grafik als PDF downloaden (660 kB)

Der deutsche CBL-Experte Dr. Werner Rügemer, der in seinem Standard-Werk "Cross Border Leasing" (Münster 2004) achthundert solcher Transaktionen aufgelistet hat, teilt uns zu obenstehender Grafik mit: 

"Ich habe bisher noch keine CBL-Transaktion gesehen, für die in der Öffentlichkeit eine so genaue Rekonstruktion mit allen Vertragspartnern, Trusts, Investoren, Darlehens-, Schuldübernahme- und Depotbanken und auch der zahlreichen Berater gemacht wurde wie im Fall TIWAG."

Dr. Werner Rügemer ist Publizist, Lehrbeauftragter und Vorstandsmitglied von "Business Crime Control"

13.3.2005

-> weiter zu Seite 4: Kleine Geschichte

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