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Atomstrom-Speicher Sulztal

Der Nutzinhalt des geplanten Sulztal-Speichers würde 120 Millionen m³ Wasser betragen, was der Kubatur von 100.000 Einfamilienhäusern entspricht. Um diesen gewaltigen Stauraum überhaupt füllen zu können, müßte die TIWAG deutlich mehr als 50 Prozent der Wassermenge aus der Ötztaler Ache bei Aschbach 900 Höhenmeter ins hintere Sulztal hinaufpumpen.
Nun ist die TIWAG ziemlich groß in die Spekulation an der Strombörse in Leipzig eingestiegen. Die zu diesem Zwecke neu eingerichtete Abteilung von Analysten und Brokern in der TIWAG-Zentrale in Innsbruck weiß natürlich, wann immer und wo immer in Europa welche Art von Strom zu welchem Preis zu haben ist. Das heißt, wenn um halb drei in der Nacht in Bulgarien für eine Stunde Atomstrom weit unter den Gestehungskosten zur Verfügung steht, dann wird er (trotz gigantischer Leitungsverluste) ins Ötztal geholt, um die Ache ins Sulztal hinaufzupumpen. Und wenn die Megawattstunde in Bulgarien um halb drei um einen halben Cent zu teuer ist, dann wird das gleiche mit Atomstrom aus Frankreich bewerkstelligt. Von wegen saubere Wasserkraft!
Besonders gefährlich bei den AKWs ist das Anfahren des Reaktors und die Drosselungsphase beim Abschalten. Atomkraftwerke müssen daher tagaus tagein gleichmäßig laufen und liefern damit rund um die Uhr eine gleichbleibende Menge Energie. Das ist in der Nacht natürlich in ganz Europa viel zu viel. Und speicherbar ist Strom nach wie vor nicht. Außer man legt - auf dem Umweg, daß man damit einen Gebirgsbach bergauf fließen macht - in einem Hochtal einen Riesenspeicher für diesen Atomstrom an. Damit kann überschüssiger Strom aus dem Markt genommen und auf Lager gelegt werden. Für die TIWAG ist es dabei völlig wurscht, wo sie ihre Halde hinknallt, um diesen Atomstrom zu horten. Es muß nur unten ein Bach und weit oben ein Talschluß sein. Genau das und nichts anderes hat sie mit dem Sulztal vor. Die ganz einfache Frage ist, ob wir unsere Alpentäler als Atomstromspeicher zur Verfügung stellen wollen.
(E-Werk oder E-Vernichtungs-Werk? …)

27.9.2004

 
 staumauer
Foto:Ewald Schmid

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